Herzlichen Glückwunsch Arfeld !
Arfelder feiern 1200 Jahre mit großem FestDie Feierlichkeiten zur urkundlichen Ersterwähnung der Ortschaft Arfeld vor 1200 Jahren verdienten sich am Wochenende allerhöchstes Lob von insgesamt mehr als zehntausend Besuchern. Nach dem guten Start bei der Disco am Freitag, war die Stimmung am Samstagmorgen am Tiefpunkt angelangt. Regen, Gewitter, Regen... und die meisten Arfelder hätten am Liebsten nur noch geheult. Aber bald verzogen sich die Wolken über dem Jubeldorf und machten Feierlaune Platz.
"Ein fürchterlich armes Dorf in einer anmutigen, obgleich in ihrer Art rauhen Gegend. Die Einwohner sind hungernde Schafe, deren Brot eher zusammenklümperte Asche war", dieser Eindruck aus dem 18. Jahrhundert traf heute wahrlich nicht zu.
Durch das ganze Dorf führte ein beschilderter Rundweg, dem am Samstag Tausende von Menschen sichtlich beeindruckt folgten. Hier eine Scheune, dort ein Hauseingang oder ein liebevoll gebauter Stand, Arfeld glich beim historischen Markt einem riesigen Freilichtmuseum mit Bühne.
Ein tolles Programm bot die Aktionsbühne. Besonders ansprechend die Damen des Turnvereins, die Tänze im Wandel der Zeiten zeigten. Dazu gehörte ebenso ein Jazztanz im Hexen-Outfit wie auch ein Reigen aus dem Rokoko mit herrlichen Kostümen.Folgte man dem Rundweg, so kam man beim gemütlichen Schlendern durch das geschmückte Dorf zu den Sportlern des Turnvereins Arfeld, die auf dem Schulhof einen bayrischen Nachmittag veranstalteten. In der echten Krach-Ledernen und mit Seppelhut verkauften sie fleißig Brezeln und Weißwürstchen, Leberkäs' und Sauerkraut.
Christoph Roth, seines Zeichens Dorfschullehrer, hatte seine Klasse auf Schulbänken aus den Jahren um 1900 sitzen. Er drohte mit dem Rohrstock und ließ sie das Kaiserlied singen. Auf den ausgestellten Klassenbildern in der Arfelder Schule erkannte sich so mancher Besucher wieder.
Erschöpft, teilweise von einem plötzlichen Gewitterregen durchnässt, aber rundrum zufrieden ließ man am Abend den Tag Revue passieren. Ganz spät durfte es allerdings nicht werden, denn am Sonntag sollte es ja weitergehen.
Verkehrschaos rund um Arfeld, parkende Autos und Rückstau bis Mitte Dotzlar, wieder an die zehntausend Menschen auf den Bürgersteigen und ein historischer Festzug vom Feinsten. Mit diesem Ereignis haben die Arfelder Bürger dem Festwochenende das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Schon am frühen Morgen pilgerten die ersten Schaulustigen ins Jubeldorf, Klappstühle und Kameras im Schlepptau. Ab Mittag waren die Straßen nahtlos von Menschenmassen gesäumt.
Pünktlich zog der mehr als zwei Kilometer lange Festzug am Stedenhof los und machte sich auf die historische Reise durch den Ort. Von Jubel und Applaus begleitet marschierten 70 Fußgruppen, zahlreiche Gespanne und Musikzüge angeführt von "Karl dem Großen" an den begeisterten Zuschauern vorbei.
Mit einem Turner, der unentwegt Klimmzüge und Felgen an der Reckstange machte, erhielten die Akteure des Turnvereins kräftigen Beifall.
Angekommen am Festzelt ging die Feier erst richtig los. Fanfarenzüge zogen durch die Reihen, die "Sauerland-Musikanten" trompeteten den "Anton aus Tirol" und die Gäste standen auf Tischen und Bänken. Bis in die frühen Morgenstunden feierte die Dorfgemeinschaft den runden Geburtstag.
Gut gelaunt und glücklich ließen die Arfelder das Geburtstagskind am Montag noch einmal hochleben.